Der Wink vom Müllfink: vermeiden - vermindern - verwerten

Biotonne - Häufig gestellte Fragen

Warum führt der Landkreis Waldshut die Biotonne ein?

Der Landkreis ist gesetzlich verpflichtet (Kreislaufwirtschaftsgesetz), die in privaten Haushalten anfallenden Bioabfälle getrennt einzusammeln. Der Kreistag des Landkreises Waldshut hat am 07.12.2016 die Einführung einer Biotonne zum 01.01.2019 beschlossen.

Aus den getrennt gesammelten Bioabfällen können in Vergärungsanlagen Strom und Wärme („saubere Energie“) erzeugt werden. Bioabfälle aus Küchen und Gärten sind wertvolle nachwachsende Rohstoffe und werden bisher kompostiert oder durch den Landkreis in schweizerischen Abfallverbrennungsanlagen thermisch verwertet. Die Verwertung von Bioabfällen leistet einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende.

Was passiert mit dem gesammelten Bioabfall?

Viele organische Abfälle, vor allem Küchenabfälle, landen im Restmüll. Dort werden sie teuer verbrannt. Bioabfälle können aber in Bioabfallvergärungsanlagen zu Energie (Strom und Wärme) und in der Nachkompostierung des Gärrestes zu Kompost verarbeitet werden. Dadurch wird wertvoller Rohstoff in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt.

Welche Maße haben die Biotonnen?

Die Haushalte erhalten bei Bedarf einen Vorsortierbehälter mit einem Volumen von 10 Litern.
Biotonne:60 Liter120 Liter240 Liter
Höhe in cm94,594,5110
Breite in cm454858
Tiefe in cm5355,574

Welche Farbe werden die Biotonnen haben?

Die Biotonnen werden in brauner Farbe angeboten. In anderen Landkreisen und Städten ist braun als Farbe weit verbreitet.

Was kostet die Biotonne?

Für die Biotonne wird keine gesonderte Gebühr erhoben.
Die Kosten der Biotonne werden in die Abfallgebühr eingerechnet, die wie bisher aus einer Jahresgrundgebühr und einer Leerungsgebühr für die Restmülltonne besteht. Die Leerung der Biotonne ist kostenfrei.
Der Landkreis Waldshut muss dieses System für alle Haushalte vorhalten (d.h. das System muss bereit und verfügbar sein, so dass alle Haushalte jederzeit und ohne gesonderte Gebühren die Biotonne nutzen können). Er ist verpflichtet, Bioabfälle flächendeckend zu erfassen. Deshalb werden die Kosten der Bioabfallerfassung anteilig auf alle Haushalte umgelegt im Rahmen des Solidarsystems. Je nach Nutzung der Biotonne kann im Einzelfall die Höhe der Müllgebühr variieren, je nachdem, ob die Restmülltonne durch die Nutzung der Biotonne von biogenen Abfällen entfrachtet wird.

Sind die Haushalte verpflichtet, die Biotonne zu nutzen?

Nein, die Nutzung erfolgt auf freiwilliger Basis. Nur die Haushalte, die eine Biotonne nutzen wollen, bestellen eine.
Wer seine Bioabfälle wie bisher selbst kompostieren möchte, kann dies auch weiterhin tun.

Wer bestellt die Biotonne?

Die privaten Haushalte – oder die Hausverwaltungen der Wohneigentümergemeinschaften, Mietshäuser und Wohnanlagen – bestellen eine Biotonne in der gewünschten Größe beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Mieter können die Biotonne auch selbst bei uns bestellen. Bitte stimmen Sie dies mit Ihrer Hausverwaltung ab.
Wie bei den Restmülltonnen ist auch bei Biotonnen eine gemeinschaftliche Nutzung im Rahmen einer Müllgemeinschaft möglich. Die Größe der Biotonne ist an der Zahl der Nutzer zu orientieren.

Bekommen Firmen, Schulen, Gastronomie etc. auch eine Biotonne?

Sowohl Privathaushalte, als auch Gewerbetreibende, die im Landkreis Waldshut Abfallgebühren bezahlen, dürfen die Biotonne bestellen.
Schulen, die ihre Schulküche für Unterrichtszwecke nutzen, dürfen die Biotonne für haushaltsübliche Mengen Bioabfall, wie in jedem anderen privaten Haushalt auch, nutzen.
Für die gewerbliche Entsorgung von Küchen- und Speiseabfällen (z.B. in Gaststätten, Catering-Einrichtungen, Imbissständen, Kantinen, Schulen und Krankenhäusern mit Kantinen etc.) darf die Biotonne nicht genutzt werden (gesetzliche Grundlage ist die Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises Waldshut § 4 Absatz 1 Ziffer 5). Diese müssen weiterhin über entsprechende Fachfirmen wie z.B. ReFood, Alba, Pigfit usw. entsorgt werden.
Ausnahme: Für die Entsorgung der pflanzlichen Bioabfälle aus der Speisenvorbereitung (wie z.B. Obstreste, Gemüsereste, Reste vom Salatputzen etc.) darf die Biotonne jedoch auch von der Gastronomie etc. benutzt werden.
Voraussetzung: Sie sind an das Hausmüllsystem des Landkreises angeschlossen und für die gewerbliche Entsorgung ihrer Küchen- und Speisenabfälle ist nachweislich eine geordnete Speiseabfallentsorgung vorhanden (Vorlage eines gültigen, dauerhaften Vertrages mit einem zugelassenen Speiseresteverwerter, z.B. ReFood, Alba, Pigfit usw.).

Darf ich weiterhin selbst kompostieren?

Ja, selbstverständlich können Haushalte weiterhin eine Eigenkompostierung durchführen.

Empfehlung:
Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft empfiehlt jedoch allen Haushalten, die Biotonne zu nutzen. Selbst für Haushalte mit Eigenkompostierung ist die Biotonne vorteilhaft und eine sinnvolle Ergänzung, da in den Biotonnen z.B. auch Essensreste, verschimmelte Lebensmittel, Fleischabfälle und Südfrüchte, die nicht in den Kompost gehören, entsorgt werden dürfen.
Biogene Abfälle, die bisher in der Mülltonne entsorgt wurden, können nun in die Biotonne gegeben werden. Dadurch muss die Restmülltonne nicht mehr so oft entleert werden.

JA, das darf in die Biotonne

  • Pflanzliche Essensabfälle
  • Obst- und Gemüsereste, auch Südfrüchte
  • Brotreste, Eier- und Nussschalen
  • Tierische Essensabfälle
  • Fleisch- und Wurstreste, Fischreste, Knochen, Käse
  • Gekochte Essensabfälle
  • Verdorbene Lebensmittel
  • Gartenabfälle, Blumen- und Pflanzenreste, Baum- und Heckenschnitt (Äste bis max. 4cm Durchmesser), Rasenschnitt, Fallobst
  • Teebeutel & Kaffeefilter
  • Sägespäne & organische Kleintierstreu (wie z.B. Streu für Hamster, Kaninchen, etc.)
  • Biologisch abbaubares Katzenstreu (ohne Tierkot)
  • Zum Einwickeln der Essensabfälle Zeitungen, Küchenpapier, unbeschichtete Papiertüten, Bioabfallbeutel aus Papier. Am Besten werfen Sie ihren Biomüll, besonders den feuchten, so verpackt in die Biotonne.

NEIN, das darf NICHT in die Biotonne

  • Plastik- & Müllbeutel
  • Kompostierbare Biomüllbeutel aus Biokunststoff
  • Dosen, Metalle, Glas
  • Umverpackungen und Verpackungsfolien
  • Flüssige Speisereste und Flüssigkeiten wie z.B. Soßen, Suppen, Fette, Öle
  • Hygieneartikel (Binden, Tampons, Windeln, auch keine Öko- bzw. kompostierbaren Windeln)
  • Restmüll, Leder, Felle, Kleiderreste, Staubsaugerbeutel
  • Asche, Tierkot, mineralische Kleintierstreu (wie z.B. Katzenstreu)
  • Wursthüllen und Käserinden aus Kunststoff
  • Desinfektionsmittel (nicht über die Bioabfälle sprühen, Kompost wird sonst unbrauchbar)
  • Zeitschriften und farbige Werbeprospekte

WICHTIGER HINWEIS zu „Das darf, das darf nicht in die Biotonne“

Bitte werfen Sie Ihre Bioabfälle, vor allem die feuchten Bioabfälle, nur eingewickelt in Zeitungen, unbeschichteten Papiertüten oder Küchenpapier in Ihre Biotonne (keine Zeitschriften oder farbigen Prospekte verwenden).
Bitte benutzen Sie keine Plastiktüten und auch keine kompostierbaren Biokunststoffbeutel. Diese im Handel erhältlichen kompostierbaren Biokunststoffbeutel sind zwar biologisch abbaubar/kompostierbar, sie zersetzen sich aber viel zu langsam für die auf schnelle Verarbeitung ausgelegte Nachkompostierung in Bioabfallvergärungsanlagen.
Die Bio-Plastiktüten sind außerdem optisch oft nicht von normalen Plastiktüten zu unterscheiden und müssen deshalb wie die übrigen Störstoffe aufwendig und teuer aussortiert werden. Sie gelangen dann samt Inhalt in den Restmüll. So wird wertvoller Rohstoff verschwendet.

Darf ich „Problempflanzen“ in der Biotonne entsorgen?

Von Krankheit befallene Pflanzen oder Pflanzenteile können in der Regel ohne Bedenken in der Biotonne entsorgt werden. Durch die hohen Temperaturen, die bei der Vergärung bzw. der Kompostierung entstehen, werden die Krankheitserreger oder auch Pilze zuverlässig abgetötet. Dadurch ist gewährleistet, dass der Kompost schädlingsfrei ist.

Achtung: Ausnahme ist die Ambrosia-Pflanze. Diese muss nach wie vor in einer Plastiktüte verpackt über die Restmülltonne entsorgt werden. Ferner ist auch der Buchsbaumzünsler eine Ausnahme. Befallene Pflanzenteile sollen über die Grünschnittcontainer der Recyclinghöfe und die Grünabfallkompostierungsanlagen in Küssaberg-Ettikon und Obersäckingen entsorgt werden, nicht über die Biotonne.

Wie kann ich den Bioabfall in meiner Küche sammeln?

Benutzen Sie z.B. unseren 10l-Vorsortierbehälter oder einen kleinen Eimer, den Sie mit Zeitungspapier oder einer unbeschichteten Papiertüte auslegen. Darin können Sie den Bioabfall sammeln und dann zusammen mit dem Papier in die Biotonne geben.

Ab wann können die Biotonnen bestellt werden?

Die Bestellung wird ab Juni 2018 möglich sein. Ein separater Flyer mit Bestellkarte folgt Ende Mai 2018.

Wie bzw. wo kann die Biotonne bestellt werden?

Sie können die Biotonne per Bestellkarte vom Infoflyer, per Online-Formular, telefonisch (Nr. 07751 86-5432) oder persönlich beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft bestellen.
Der 10l-Vorsortierbehälter kann mit der Erstbestellung der Biotonne beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft kostenlos geordert werden. Dies gilt für den Einführungszeitraum bis Mai 2019. Wenn Sie einen 10l-Vorsortierbehälter mitbestellen möchten, geben Sie dies bitte bei der Bestellung an. Bei einer nachträglichen Bestellung des Vorsortierbehälters bzw. bei Erstbestellung der Biotonne nach Mai 2019 ist der Vorsortierbehälter kostenpflichtig (10,- EUR).

Ab wann werden die Biotonnen ausgeliefert?

Die Auslieferung der Biotonnen beginnt voraussichtlich ab Oktober 2018.

Wann werden die Biotonnen erstmals entleert?

Mit der Leerung der Biotonnen wird ab dem 01.01.2019 begonnen.

Wo sind die Biotonnen zur Leerung bereitzustellen?

Die Biotonnen sind wie die Restmülltonnen an der Grundstücksgrenze (am Straßen- und Gehwegrand) zur Leerung bereitzustellen.
Aus hygienischen Gründen empfehlen wir, die Biotonne regelmäßig alle 14 Tage leeren zu lassen, auch wenn die Tonne nur zum Teil befüllt ist. Für die Leerung der Biotonne fallen keine gesonderten Gebühren an.

Wann und wie erfolgt die Leerung der Restmüll- und Biotonnen ab 2019?

Ab 2019 wird auf ein 14-tägiges Leerungsintervall umgestellt. Die Restmüll- und Biotonnen werden dann alle 14 Tage entleert. Die Leerung des Rest- und Biomülls erfolgt im wöchentlichen Wechsel.

Die Anzahl der Mindestleerung für Restmüll reduziert sich auf 10 Leerungen pro Jahr, maximal 26 Leerungen (14-tägig).
Beachten Sie hierzu bitte folgendes Beispiel:
Gerade Woche: Leerung der Restmülltonne,
Ungerade Woche: Leerung der Biotonne,
Gerade Woche: Leerung der Restmülltonne,
Ungerade Woche: Leerung der Biotonne usw.
Die Leerungstermine können im Abfallkalender, auf der Homepage und in der Abfall-App eingesehen werden.

Warum werden die Mülltonnen nicht mehr wöchentlich geleert?

Bis Ende 2018 ist schon bei den meisten Haushalten die Restmülltonne nur 14-tägig oder seltener geleert worden.
Durch die Einführung der Biotonne wird sich die Restmüllmenge oftmals noch weiter verringern. Dadurch können Sie Leerungsgebühren einsparen.
Zwei Fuhrparks parallel zu betreiben (Restmüll und Biotonne bei wöchentlicher Leerung) ist teuer. Durch das neue 14-tägige Leerungsintervall werden die zusätzlichen Kosten eines zweiten Fahrzeugbestandes vermieden. In anderen Landkreisen (z.B. in Lörrach) wird dies schon erfolgreich durchgeführt.

Meine Tonne ist zu klein / zu groß. Kann ich die Tonne tauschen?

In den Haushalten, in denen die Biotonne nicht genutzt und auch keine Eigenkompostierung betrieben wird, kann es jedoch durch das neue Leerungsintervall (14-tägig) notwendig sein, auf größere Mülltonnen umzustellen.
Wenn Sie feststellen, dass Ihre Biotonne oder die Restmülltonne zu klein oder zu groß für Sie ist, können Sie die Tonnen jederzeit kostenlos umtauschen. Bitte wenden Sie sich dazu an unseren Kundenservice (Tel. 07751 86-5432) oder nutzen Sie das Onlineformular auf unserer Homepage.

Entscheidungshilfen zur Wahl der passenden Biotonne

Private Haushalte

Welche Menge an Bioabfällen fällt in meinem Haushalt pro Jahr etwa an?

Haushalte OHNE Eigenkompostierung (Bioabfall pro Person/Jahr)
  • OHNE eigenen Garten: Ca. 60 Liter
  • MIT eigenem Ziergarten (Rasen, Sträucher, Blumen): Ca. 60‒100 Liter
  • MIT eigenem Nutzgarten (Gemüsebau, Sträucher, Rasen): Ca. 150 Liter

Haushalte MIT Eigenkompostierung (Bioabfall pro Person/Jahr)
  • MIT eigenem Ziergarten (Rasen, Sträucher, Blumen): Ca. 60 ‒ 100 Liter
  • MIT eigenem Nutzgarten (Gemüsebau, Sträucher, Rasen): Ca. 150 Liter

Welche Menge an Bioabfällen lässt sich pro Jahr über die Biotonne entsorgen?

60 Liter-Biotonne: bis zu 1.560 Liter/Jahr (26 Leerungen x 60 Liter)
120 Liter-Biotonne: bis zu 3.120 Liter/Jahr (26 Leerungen x 120 Liter)
240 Liter-Biotonne: bis zu 6.240 Liter/Jahr (26 Leerungen x 240 Liter)

Welche Biotonne benötige ich für meinen Haushalt?

Wir bitten Sie, entsprechend der Anzahl der Mitglieder Ihres Haushaltes abzuschätzen, welches Volumen an Bioabfällen pro Jahr in Ihrem Haushalt anfällt.
Für Haushalte MIT Garten wird die Wahl einer 240-Liter Biotonne empfohlen.

Beispielrechnung:

OHNE Eigenkompostierung:
➔ Zweipersonenhaushalt OHNE eigenen Garten: Pro Jahr ca. 120 Liter (2 x 60 Liter) Bioabfälle. Dieses Bioabfallvolumen kann über eine 60 Liter Biotonne (Jahresvolumen 1.560 Liter) entsorgt werden.
➔ Vierpersonenhaushalt MIT eigenem Nutzgarten: Pro Jahr ca. 600 Liter (4 x 150 Liter) Bioabfälle.
Dieses Bioabfallvolumen kann über eine 60 Liter Biotonne (Jahresvolumen 1.560 Liter) entsorgt werden.

MIT Eigenkompostierung:
➔ Fünfpersonenhaushalt MIT eigenem Ziergarten: Pro Jahr ca. 500 Liter (5 x 100 Liter) Bioabfälle.
Dieses Bioabfallvolumen kann über eine 60 Liter Biotonne (Jahresvolumen 1.560 Liter) entsorgt werden. Sollen jedoch auch Strauch- oder Rasenschnitt entsorgt werden, wird empfohlen, eine 240 Liter Biotonne zu bestellen.
➔ Sechspersonenhaushalt MIT eigenem Nutzgarten: Pro Jahr ca. 900 Liter (6 x 150 Liter) Bioabfälle.
Dieses Bioabfallvolumen kann über eine 60 Liter Biotonne (Jahresvolumen 1.560 Liter) entsorgt werden. Sollen jedoch auch Strauch- oder Rasenschnitt entsorgt werden, wird empfohlen, eine 240 Liter Biotonne zu bestellen.

Hausgemeinschaften und Wohnanlagen

Wieviel Biomüll (organische Küchenabfälle) fällt in einer Wohnanlage an:

Beispielrechnung:
60 Liter pro Einwohner im Jahr (entspricht ca. 20 kg/Einwohner/Jahr)
40 Personen in der Wohnanlage
Ergebnis: 2.400 Liter im Jahr

Wieviel Biotonnen sind in einer Wohnanlage für die Entsorgung vorzuhalten?

Bei einem Biomüllaufkommen von 2.400 Litern pro Jahr ergeben sich folgende Varianten:
BiotonneErforderliche LeerungenLeerungsrhythmus ab 01.01.2019Anzahl der benötigten Tonnen
60 Liter4014-tägig, max. 26 Leerungen/Jahr2
120 Liter2014-tägig, max. 26 Leerungen/Jahr 1
240 Liter1014-tägig, max. 26 Leerungen/Jahr 1

Detektionssystem – was ist das und warum wird es eingesetzt?

Alle Bioabfallsammelfahrzeuge sind mit sogenannten Detektionssystemen ausgestattet. Mit diesem lässt sich erkennen, ob in der jeweiligen Biotonne Störstoffe vorhanden sind. Störstoffe sind all die Stoffe, die nicht in die Biotonne gehören (z.B. Metall, Plastik und Glas). Für eine gute und kostengünstige Verwertung des eingesammelten Biomülls ist es wichtig, dass dieser möglichst sortenrein ist. Auch für die Qualität des erzeugten Komposts ist dies von entscheidender Bedeutung. Biotonnen mit einem nicht unerheblichen Anteil an Störstoffen werden nach der Einführungsphase nicht mehr entleert. Eine Entleerung kann dann nur im Rahmen der Restmüllentsorgung erfolgen. Hierfür wird eine Sondergebühr erhoben werden müssen. Durch fehlerhafte Befüllungen entstehen hohe Kosten, da diese Stoffe nicht zu Kompost verarbeitet werden können, sondern zeit- und kostenintensiv aus dem Bioabfall entfernt werden müssen.

Was wird gegen mögliche Geruchsbelästigungen getan?

Jede Biotonne wird mit einem Biofilterdeckel ausgestattet, um Geruchsbelästigungen zu verringern. Im Biofilterdeckel befindet sich ein Substrat aus Kokosfasern und anderen Stoffen, welche – aktiviert durch einmalige Zugabe von Wasser – schlechte Gerüche filtern, so dass diese bei geschlossenem Deckel nicht nach außen dringen können. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Herstellers. www.biologic.de/universal-biofilterdeckel/

Einmal aktiviert, binden die Filter die in der Biotonne durch Abbauprozesse entstehenden Geruchsstoffe nach Herstellerangaben für ca. 2-3 Jahre. Wenn Sie eine erhöhte Geruchsintensität feststellen, sollte der Filter erneuert werden. Das Kokossubstrat wird beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und im Einzelhandel im Landkreis Waldshut erhältlich sein.

Generelle Tipps zum Umgang mit der Biotonne

  • Den Boden der Tonne nach jeder Leerung mit Zeitungspapier auslegen. Dies saugt Feuchtigkeit auf und minimiert Gerüche.
  • Bioabfälle, besonders feuchte Abfälle, in Zeitungspapier oder unbeschichtete Papiertüten einwickeln. Das Einwickeln reduziert Feuchtigkeit, minimiert Gerüche und beugt der Madenbildung vor.
  • Bioabfall nicht verdichten.
  • Deckel immer komplett schließen.
  • Biotonne regelmäßig alle 14 Tage leeren lassen, auch wenn die Biotonne nur zum Teil befüllt sein sollte.

Zusätzlich empfehlenswert im Winter

  • Frostfreier Standort.
  • Feuchte Abfälle zusätzlich in Zeitungspapier oder unbeschichtete Papiertüten einwickeln.
  • Den Boden der Biotonne mit Zeitungspapier auslegen, damit nichts festfriert.
  • Bioabfall nicht verdichten, dadurch kann er sehr fest an der Behälterwand festfrieren.
  • Zerknülltes Zeitungspapier, Sägemehl oder ähnliches zwischen die Bioabfälle streuen. So wird Feuchtigkeit gebunden und das Zusammenfrieren der Abfälle verhindert.

Zusätzlich empfehlenswert im Sommer

  • Kühler, schattiger Standort.
  • Deckel immer komplett schließen.
  • Übrig gebliebene Reste vor der erneuten Befüllung mit etwas Wasser entfernen. Danach die Biotonne kurz offen austrocknen lassen.
  • Eingeworfenen Bioabfall in der Tonne nicht verdichten, sondern locker liegen lassen.
  • Feuchte Bioabfälle antrocknen lassen oder in Zeitungspapier einschlagen.

Wie kann einem Madenbefall vorgebeugt werden?

Die Biofilterdeckel sind mit einer Dichtung in Form einer Gummilippe ausgestattet. Bei geschlossenem Deckel werden die Biotonnen hermetisch verschlossen. Dadurch wird ein Eindringen von Fliegen verhindert. Durch das Geschlossenhalten des Deckels der Biotonne wie auch des Vorsortiergefäßes in der Küche sowie durch Einschlagen des Biogutes (insbesondere von Fleisch-, Wurst- und Käseresten) in etwas Zeitungspapier kann einem Madenbefall wirksam vorgebeugt werden. Bitte beachten Sie zusätzlich die oben genannten Tipps zum generellen Umgang und den Empfehlungen für Sommer und Winter.

Weitere Hinweise des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft

Welche Vorteile hat die Biotonne für die Bürgerinnen und Bürger?

Die Nutzung der Biotonne kann Ihnen helfen, Ihr Restmüllvolumen zu senken und das Restmüllgefäß seltener leeren zu müssen. Dies kann Leerungsgebühren sparen. Grünschnitt muss nicht zum Recyclinghof oder der Grünschnittsammelstelle gefahren werden. Auch für Eigenkompostierer ist die Biotonne eine sinnvolle Ergänzung, da viele Abfälle, die nicht auf dem Kompost entsorgt werden sollten (z.B. Essensreste, Unkräuter und Südfrüchte), in der Biotonne entsorgt werden dürfen und somit einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden.
Hiermit leisten die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Waldshut einen wichtigen und aktiven Beitrag zum Klimaschutz, zur Energiewende und der Ressourcenschonung.
Generell gilt: Wer seinen Müll trennt, kann Geld sparen und schont die Umwelt.

Welchen Nutzen hat die Biotonne für den Landkreis Waldshut?

Durch die Nutzung der Biotonne verringert sich die Restmüllmenge des Landkreises. Dadurch fallen geringere Kosten in der Müllverbrennung an, da weniger Restmüll in die Müllverbrennungsanlagen der Schweiz verbracht und dort verbrannt werden muss. Die Vergärung und Verwertung des Bioabfalls verursachen geringere Kosten als die Verbrennung des Restmülls. Biogene Stoffe können durch die getrennte Sammlung wiederverwertet werden. Dies schont die Umwelt.
Durch eine intensive Nutzung der Biotonne wird somit ein bedeutender Beitrag zur Energiewende und Ressourcenschonung geleistet. Bioabfall ist ein regenerativer Energieträger, aus dem nachhaltig Energie gewonnen werden kann.

Weitere Hinweise des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft

In den Haushalten, in denen die Biotonne nicht genutzt wird oder der Anteil der Bioabfälle eher gering ist und entgegen der überwiegenden Mehrheit eine mehr als 14-tägige Leerung stattfindet, kann es durch die neuen Leerungsintervalle notwendig sein, auf größere Restmülltonnen umzustellen. Die Müllgebühren für diese Haushalte werden dann voraussichtlich höher sein als bisher. Die Benutzung der Biotonne bietet sich damit schon allein deshalb an, weil jeder Haushalt damit die Leerungszahl der Restmülltonne reduzieren kann. Eine Abholung bzw. ein Tausch auf eine größere oder kleinere Restmülltonne ist jederzeit möglich.

Darf Tierstreu in die Biotonne?

Dies gilt für Privathaushalte (private Kleinbestände), nicht für gewerbliche Haltungen!

Streu/Bodenmaterial:
JA: Organische Kleintierstreu (wie z.B. Stroh/Heu, Sägespäne etc.)
Biologisch abbaubares Katzenstreu (wenn kompostierbar)
Holzstreu/Hackschnitzel (z.B. vom Schildkrötenterrarium)

NEIN: Sand (z.B. aus Vogelkäfigen)
Mineralisches Kleintierstreu / mineralisches Katzenstreu
Katzenstreu aus Bentonit (Tonmineralien/mineralisches Gestein)

Exkremente/Tierkot und sich im Streu befindlicher Kot/Urin (verunreinigtes Streu):
JA: Tierkot von Kleintieren/Nagern (wie z.B. Hamstern, Meerschweinchen, Kaninchen,
Mäusen, Ratten etc.), muss nicht aus Streu entfernt werden, darf in Biotonne
Katzenurin -> mit Urin behaftetes Streu darf in Biotonne
Schildkrötenexkremente im Streu -> aus priv. Kleinbeständen darf in Biotonne

NEIN: Katzenkot/Hundekot -> Restmüll
Hühnermist -> Restmüll, wg. bakteriellen Belastung

Dürfen Haare in die Biotonne?

Haare in Kleinmengen, wie sie in privaten Haushalten vorkommen (auch Hunde- und Katzenhaare) dürfen in den Biomüll. Größere Mengen (z.B. von Gewerbebetrieben) dürfen nicht in die Biotonne.

Dürfen Papierservietten, Küchenpapier und Taschentücher in die Biotonne?

Papierservietten und Küchenpapier dürfen in der Biotonne entsorgt werden.
Benutzte Papiertaschentücher gehören wegen möglicher Krankheitserreger/Keime in die Restmülltonne, nicht in die Biotonne.

Dürfen Gärtnereien/Gartenbetriebe für ihre gewerblichen Gartenabfälle auch eine Biotonne bestellen?

Für den Personalbereich der Firma -> Ja (z.B. für die Essensreste Ihrer Mitarbeiter von der Mittagspause).
Für die Entsorgung der im Gartenbetrieb anfallenden gewerblichen Gartenabfälle -> Nein.
Unser Bioabfall-Erfassungssystem ist auf haushaltsübliche Mengen ausgelegt. Die größte verfügbare Biotonne umfasst ein Volumen von 240l. Für die Entsorgung, der in einem gewerblichem Gartenbetrieb anfallenden Grünabfälle, würde dies aber bei weitem nicht ausreichen, da keine haushaltsüblichen, sondern größere gewerbliche Mengen anfallen, die größere Biotonnen erfordern würden.

Wo kann man Biofilter kaufen und was werden sie kosten?

Die Biofilter werden beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft zu kaufen sein und voraussichtlich in Einzelhandelsgeschäften im Landkreis Waldshut. Der Preis wird schätzungsweise bei ca. 10,- bis 15,- € liegen. Genaueres wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Ungefähre Maße des 10l-Vorsortiergefäßes:

25*26cm, Höhe 28cm

Gibt es mehrsprachiges Infomaterial zur Biotonne?

Der 4. Infoflyer (erscheint Oktober 2018) enthält nochmals alle wichtigen Infos zur Biotonne, wie z.B. Was darf rein, was nicht, Tipps zur Nutzung, Biofilterdeckel, Detektionssystem etc.
Dieser Flyer wird zudem in mehreren Sprachen (Englisch, Italienisch, Türkisch, Kroatisch, Russisch, Arabisch) auf unserer Homepage zum Download bereitstehen (nicht in Papierform erhältlich, nur zum Download verfügbar).

Wie läuft die Verteilung der bestellten Biotonnen ab?

Eingegangene Bestellungen bis 14.09.2018 -> Auslieferung im Oktober 2018
Eingegangene Bestellungen vom 15.09.2018 bis 02.11.2018 -> Auslieferung im Dezember 2018

Bestellungen nach dem 02.11.2018 werden aus logistischen Gründen erst 2019 ausgeliefert.
Geplante Lieferungen Anfang 2019 in der Erstgestellungsphase:
Voraussichtlich Ende Januar/Anfang Februar 2019 und Ende März 2019.

Die Biotonnen werden gut sichtbar an Ihrem Grundstück bzw. bei der Hausadresse Ihrer Wohnanlage abgestellt. Hinweis: Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass die Biotonnen für die Auslieferung mit einem weißen Adressaufkleber versehen sind, damit die Behälter für die Empfänger erkenntlich sind. Wenn gewünscht, besteht für die Nutzer die Möglichkeit, den Namen selbst zu schwärzen oder zu entfernen.

Bis Mai 2019 (Ende der Erstgestellungsphase) erhalten Erstbesteller 1 Stück 10l-Vorsortiergefäß gratis. Dieses gratis Vorsortiergefäß befindet sich standardmäßig in jeder Biotonne.

Bekommt man auch mehrere 10l-Vorsortiergefäße (z.B. Müllgemeinschaft, Mehrparteienhäuser)?

Bei Gemeinschaftstonnen kann, wenn gewünscht, jeder teilnehmende Haushalt ein Vorsortiergefäß bekommen. Dies muss bei der Bestellung separat angegeben werden.

Zusätzliche Vorsortiergefäße sind aber nur bei Selbstabholung erhältlich (Selbstabholung der zusätzlichen Vorsortiergefäße, die Biotonnen werden ausgeliefert).

Zusätzliche Vorsortiergefäße die frühzeitig (Bestelleingang bis 14.09.2018) bei uns bestellt wurden, werden in einer einmaligen Ausliefertour im Oktober 2018 (separate Liefertour, zeitlich versetzt zur Auslieferung der Biotonnen) ausgeliefert. Diese zusätzlichen Vorsortiergefäße werden gut sichtbar an Ihrem Grundstück bzw. bei der Hausadresse Ihrer Wohnanlage abgestellt.