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Abfallwirtschaft Landkreis Waldshut

Allgemeine Informationen zur Hausmüllanalyse 2025

Die durchgeführte Analyse der Restabfälle im Landkreis Waldshut erfolgte gemäß des vom Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg veröffentlichten „Leitfaden zur Analyse von Restabfall in Baden-Württemberg“.

Ergebnisse der Hausmüllanalyse:

Zuviel Organik im Hausmüll (Restmüll) bei Haushalten MIT und ohne Biotonne

Im Restmüll der untersuchten Tonnen und Container befand sich ein sehr großer Anteil an Organik (Bioabfälle). Mit 38, 4 Gew.- % war dies die größte Abfallfraktion im Restmüll.

Das Verwunderlichste daran: Selbst Haushalte, die eine Biotonne haben, nutzen diese nicht vollumfänglich und werfen den überwiegenden Teil an Küchenabfällen, Speiseresten und verpackten Lebensmittelabfällen in den Restmüll. Der Anteil bei den Biotonnen-Nutzern betrug 36 Gew.-% Bioabfälle im Restmüll - und war damit nur unwesentlich geringer als bei den Haushalten ohne Biotonne.
Empfehlung:
Das größte Einsparpotential für alle Haushalte, Gebühren zu sparen, ist die Biotonne. Landet der Bioabfall in der kostenlosen Biotonne, fallen weniger Leerungsgebühren an. Möglicherweise kann sogar eine kleinere Tonne bestellt werden und das reduziert auch noch die Grundgebühr.

Außerdem ist Bioabfall aus der Küche weit mehr als nur Müll. Aus ihm wird Gas, Strom, Wärme und ein gütegesicherter Kompost erzeugt. Weitere Infos hierzu finden Sie auf unserer Seite Biotonne und der Biotonnen-Statistik.

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Abb. 7: Diagramm Gesammtzusammensetzung des RestabfallsAbb. 22: Diagramm Organik im Restmüll von Haushalten mit und ohne Biotonne

Häufig Schadstoffe und Elektroschrott im Restmüll

In 58 % der untersuchten Stichproben befanden sich schadstoffhaltige Abfälle – insbesondere Batterien - und in 88 % der Stichproben befanden sich Elektrokleingeräte (Insgesamt wurden 469 Behälter und Abfallsäcke beprobt.)

In Summe wurden bei beiden Sortierkampagnen bei den Schadstoffen 174 Batterien und Akkus und sechs sonstige Schadstoffe (z. B. Sprühdosen mit Farben/Lacken) aussortiert.

Bei den Elektrokleingeräten waren es 389 Teile, die in Summe aussortiert wurden. In den Tonnen befanden sich ganze Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Radiowecker etc., wie die Bilder zeigen. Diese Geräte sorgen alleine aufgrund Ihrer Größe dafür, dass die Restmülltonne schneller voll ist oder ein Müllsack genutzt werden muss – und somit fallen mehr Leerungsgebühren an.

Mehr als jeder zweite Haushalt gab somit die Batterien und andere Schadstoffe nicht im Handel oder auf dem Recyclinghof zurück, sondern entsorgte sie im Restmüll! Bei den Elektrokleingeräten waren es 9 von 10 Haushalten, die die Restmülltonne für die Entsorgung dieses Wertstoffes nutzte!


Wie die Fundhäufigkeiten zeigen, wird die Restabfalltonne leider regelmäßig als Entsorgungsvariante für diese Stoffe genutzt.

Empfehlung:
Entsorgen Sie Batterien und Elektrokleingeräte fachgerecht auf den Recyclinghöfen oder geben Sie diese im Fachhandel zurück. Sie sparen Leerungsgebühren beim Restmüll.

Außerdem belasten Sie die Umwelt mit der falschen Entsorgung, da Schadstoffe wie Batterien und Elektroschrott auch giftige Stoffe enthalten. Es gehen auch wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kupfer, Gold oder Aluminium verloren, da diese Stoffe nicht mehr recycelt werden können. Im schlimmsten Fall lösen Sie sogar Brände im Müllfahrzeug oder den Verwertungsanlagen aus, wenn Lithium-Ionen-Batterien in Brand geraten.
Abb. 12:  Fundhäufigkeit von schadstoffhaltilgen Abfällen in den untersuchten StichprobeneinheitenAbb. 13: Aussortierte Batterien aus der ersten SortierkampagneAbb. 13: Aussortierte Batterien aus der zweiten SortierkampagneAbb. 12: Fundhäufigkeit von Elektrokleingeräten in den untersuchten StichprobeneinheitenAbb. 15: Aus allen Abfallstichproben ausssortierte Elektrokleingeräte aus der ersten KampagneAbb. 15: Aus allen Abfallstichproben ausssortierte Elektrokleingeräte aus der zweiten Kampagne

Lebensmittelverschwendung im Hausmüll

Ca. 10,2 Gew.-% verpackte Lebensmittel befanden sich im Hausmüll - und waren damit die drittgrößte Fraktion an Stoffen, die sich in der Restmülltonne befanden. Dabei handelte es sich zu einem großen Teil um Lebensmittel, die noch zum Verzehr geeignet gewesen wären. Bei vielen verpackten Lebensmitteln war das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht oder gerade eben abgelaufen.
Lebensmittel sind zu wertvoll für die Tonne. Aber es landen in Deutschland immer noch ca. 11. Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll - und davon entfallen 58 % auf die privaten Haushalte. Durch Reduzierung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle könnten im Jahr durchschnittlich 137 EUR pro Haushalt gespart werden (Quelle BMEL).

Übrigens: die Lebensmittelpreise sind seit 2021 durchschnittlich um ca. 30 % gestiegen. (Quelle Verbraucherzentrale) Mit weiter steigenden Preisen, steigt auch das Einsparpotential. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/steigende-lebensmittelpreise-fakten-ursachen-tipps-71788

Empfehlung:
Beachten Sie unsere Tipps zur Abfallvermeidung bei Lebensmitteln, die wir auf unserer Seite Abfallvermeidung Essen und Trinken für Sie bereitgestellt haben. Das spart bares Geld, belastet das Klima weniger und schont die Ressourcen. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter www.zugutfuerdietonne.de
Abb. 19: Aus dem Restabfall aussortierte verpackte LebensmittelAbb. 4: Zusammensetzung der Grobfraktion des Restabfall - detailliert

Wertstoffe gehören nicht in den Restmüll

Recyclingfähige Wertstoffe wie Papier/Pappe/Kartonage, Behälterglas und Leichtverpackungen (Gelber Sack) fanden sich mit 6,8 Gew.-% ebenfalls im Restmüll. Hochgerechnet sind das 6,9 kg je Einwohner und Jahr.
Die höchsten Anteile recyclingfähiger Wertstoffe fanden sich dort, wo mehrere Haushalte gemeinschaftlich die Behälter nutzen.

Empfehlung:
Entsorgen Sie diese Wertstoffe bitte in den entsprechenden Behältern, damit sie recycelt werden können. So ganz nebenbei entlastet dies auch noch ihren Geldbeutel, weil Sie Restmüllgebühren sparen können oder sich die Müllgebühren über Ihre Nebenkostenabrechnung entsprechend verringern.

Für Papier/Pappe/Kartonage stehen den Haushalten im Holsystem die Blaue Tonne oder im Bring-System die Recyclinghöfe zur Verfügung – wobei auf den Recyclinghöfen auf die Trennung zwischen Papier und Pappe/Kartonage geachtet werden muss.
Leichtverpackungen werden im Gelben Sack entsorgt, der alle vier Wochen abgeholt wird und für Verpackungsglas stehen insgesamt ca. 170 Glascontainer verteilt über den gesamten Landkreis zur Verfügung.
Abb. 10: Aussortierte recyclingfähige Wertstoffe, KunststoffverpackungenAbb. 10: Aussortierte recyclingfähige Wertstoffe, Papier/Pappe/KartonageAbb. 10: Aussortierte recyclingfähige Wertstoffe, GlasAbb. 10: Aussortierte recyclingfähige Wertstoffe, NE-MetallverpackungenAbb. 9: Anteile recyclingfähiger Wertstoffe im Restabfall der untersuchten Strukturen (Gew.-%)

Abgleich der Ergebnisse der Hausmüllanalyse 2025 mit den Ergebnissen der Restabfallanalyse 2021

Deutlich erkennbar ist bei diesem Vergleich (siehe Diagramm Abb. 28), dass die Organik im Restabfall im Vergleich zu 2021 zwar um 3 Gew.- % zurückgegangen ist, jedoch immer noch die größte Fraktion im Restabfall einnimmt – und damit das größte Einsparpotential für die Haushalte im Restabfall bietet. Der Anteil an recyclingfähigen Wertstoffen ist ebenfalls etwas zurückgegangen und zwar um 0,4 Gew.-%.

Der Anteil an Elektrokleingeräten hat sich erhöht, der Anteil an schadstoffhaltigen Abfällen ist etwa gleichgeblieben.
Abb. 28: Gegenüberstellung der Ergebnisse der relevanten Fraktionen der Restabfalluntersuchungen 2021 und 2025 (Gew.-%)Abb. 30: Zusammensetzung der recyclingfähigen Wertstoffe im Restabfall - Gegenüberstellung der Ergebnisse 2021 und 2025 (Gew.-%)

Abgleich der Ergebnisse der Restabfallanalyse im Landkreis Waldshut mit den Zielwerten des Abfallwirtschaftsplans Baden-Württemberg

Abb. 31: Gegenüberstellung der Zielwerte 2030 und der Ergebnisse der Restabfallanalyse im Landkreis Waldshut 2025Das Land Baden-Württemberg hat im „Abfallwirtschaftsplan für Baden-Württemberg – Fortschreibung 2024“ ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Das Hausmüllaufkommen soll bis 2030 von 121 kg pro Einwohner und Jahr aus dem Jahr 2021 auf 85 kg pro Einwohner und Jahr reduziert werden. Das ist eine Reduzierung um 31 %.

Im Abfallwirtschaftsplan sind auch Zielwerte genannt zu maximalen Anteilen an Bioabfällen und Wertstoffen, die 2030 noch im Restabfall enthalten sein dürfen.

Das Ziel ist, den bisherigen Anteil von organischen Abfällen im Restmüll von derzeit ca. 40 % bis 2030 zu halbieren. Durch diese Halbierung soll als direkte Konsequenz die Erfassungsmenge der häuslichen Bioabfälle von 58 kg pro Einwohner und Jahr bis 2030 auf 80 kg pro Einwohner und Jahr erhöht werden. Mit rund 57,5 kg pro Einwohner und Jahr liegt der Landkreis Waldshut derzeit knapp unter der aktuell geforderten Menge an Bioabfällen des Landes Baden-Württemberg von 58 kg pro Einwohner und Jahr. Um die 80 kg pro Einwohner und Jahr bis 2030 zu erreichen, bedarf es noch einige Anstrengungen und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um die Biotonne noch mehr zu bewerben sowie die Mitwirkung der Haushalte.

Der Anteil an Bioabfall im Restmüll entspricht lt. Analyse im Jahr 2025 hochgerechnet auf kg pro Einwohner und Jahr 27,9 kg. Wie das beigefügte Diagramm verdeutlicht, verfehlt der Landkreis Waldshut den Zielwert beim Bioabfall von 25 kg pro Einwohner und Jahr bis zum Jahr 2030 schon jetzt nur knapp (unabhängig davon, dass die Bioabfall-Menge noch gesteigert werden muss.).

Bei den Wertstoffen wird mit 6,9 kg pro Einwohner und Jahr die maximal zulässige Menge von 10 kg bereits heute unterschritten und der angestrebte Zielwert wird bereits erfüllt.

Sehr gutes Trennverhalten beim Biomüll – Wir sagen DANKE!

Die im Juli 2025 durchgeführte Biomüll-Analyse ergab ein sehr erfreuliches Ergebnis. Der Anteil der nicht in die Biotonne gehörenden Störstoffe betrug in Summe nur 0,78 Gew.-%. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass 99,22 Gew.-% frei von Störstoffen waren.

Wir sagen Dankeschön und freuen uns, dass die Haushalte Ihr sehr gutes Trennverhalten beibehalten haben.
Allerdings sind wir auch weiterhin auf die Mitarbeit unserer Kunden angewiesen. Nur aus einem möglichst sortenreinen Bioabfall wird – neben Strom, Gas, Flüssigdünger und Wärme – auch ein gütegesicherter Kompost.
Abb. 10 Biomüllanalyse: Diagramm Gesamtzusammensetzung des Biomülls im Landkreis WaldshutDas Bild zeigt BEN, die Biotonne mit einem grünen Keimling in der Hand und dem Schriftzug Biotonne, Energie, Nachhaltigkeit
Im PDF-Dokument finden Sie die vollständigen Berichte des Instituts Witzenhausen.